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AC/DC war die Band, die den Rock in seiner bis in alle Ewigkeit aufs Herrlichste glorios-stumpfen dröhnenden Spielart definierten. AC/DC destillierten die Essenz von Rock. Ihr Songs bleiben die Verdichtung eines ganzen Genres auf seine wesentlichen Bestandteile: Riff, Pause, Gesanglinie, Pause, DÄ-DÄ-DÄ, „For those about to rock“. DÄ-DÄ-DÄ, „Black“, DÄ-DÄ-DÄ, „Hell“. Brachiale Redundanz als künstlerisches Konzept.

AC/DC ist wohl auch deshalb so irrwitzig groß geworden, weil sie der Welt immer etwas geboten hat, was es nie gab: Konstanz. Staaten mögen vor die Hunde gehen, Finanzsysteme zerbröseln (tatsächlich gibt es Theorien über die Korrelation von AC/DC-Erfolgsjahren und ökonomischen Krisen), die Digitalisierung mag die Welt und ihre Gewissheiten umherwürfeln – solange AC/DC eines ihrer minimalistisch-archaischen Riffs rausdonnerte, war doch alles gut. (SZ 20.11)